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der Mühlhäuser Stadtkirmes

und der Kirmesgemeinde Am Rimbach e.V.

Ursprung der Mühlhäuser Kirmes ist zweifellos die seit dem Mittelalter durchgeführten
Kirchweih- bzw. Kirchmessfeste in und um Mühlhausen.
Der Name “Kirmes” entwickelte sich daher aus den Worten Kirmisse (14. Jh.), Kirmesse (15. Jh.)
und schliesslich Kirmis (16. Jh.)

Diese Kirchweihfeste wurden von den verschiedenen Kirchengemeinden in Mühlhausen
auch an unterschiedlichen Tagen begangen.
Es waren die Kirchengemeinden : Divi Blasii, Marien, Jakobi, Allerheiligen, Kiliani,
Georgi, Margarethen, Antoni, Johannis, Nikolai und schliesslich Petri. Aus dieser Petri-
gemeinde ging später unsere Kirmesgemeinde hervor !

Aufgrund der vielen Kirchen erlebte Mühlhausen also 15 verschiedene Kirmesfeiern.
Und da an solchen Tagen nicht gearbeitet wurde, mußte irgendwann ein einheitlicher
Termin gefunden werden.
Man orientierte sich schliesslich an den Feierlichkeiten der Petrigemeinde und legte den
einheitlichen Termin im Jahre 1877 auf den zweiten Sonntag im September.


Einige Traditionen haben vom Gründungsjahr der
Mühlhäuser Stadtkirmes 1877 bis heute überlebt.
So findet seitdem immer am Festsonntag ein bunter und fröhlicher Festumzug statt. Zunächst waren es nur Kinder, die buntgeschmückt durch die Straßen zogen, später waren es Trommlerkorps
(Foto von 1910) und schliesslich sind es heute Kinder und Erwachsene.
Da die Kinder so hübsch geschmückt waren, wiederholte man am selben Tag nach Einbruch der Dunkelheit diesen Festumzug, diesmal aber mit Fackeln. Dann zogen die Kinder zum heute nicht mehr existierenden Kriegerdenkmal,
um gerade in einer Zeit des Feierns und Lustigseins
der Kriegsopfer zu gedenken.
Heute findet dieser Umzug genauso statt, nur dass der Zug
am Kriegerdenkmal “Löwen” endet.

Weiterhin ist es seit 1877 Tradition, dass jede Kirmesgemeinde einen Kirmesbaum amOrt ihrer Feier aufstellt. Dieser ist dann in einem
mit Steinen beschwerten Faß aufzustellen.
So machen wir es heute noch. Sogar die Tradition, dass die Kinder am Donnerstag vor der Festwoche bunte Papierketten kleben, damit den Kirmesbaum schmücken und um diesen Baum herum
tanzen und singen, hat die Zeit überlebt.

Kinder tanzen im Jahr 1930 um ihren
Kirmesbaum im trockengelegten Petriteich


Im Laufe der Zeit verlor die Kirche  immer mehr an Einfluss auf die Kirmes, so dass schliesslich der heutige Charakter der Stadtkirmes mit den vielen Kirmesgemeinden entstand.
Es kamen zu den ehem. kirchlichen Gemeinden unzählige weitere Straßengemeinden
hinzu, was 1919 seinen Höhepunkt mit 102 Kirmesgemeinden zur Folge hatte.
Das ist wohl mit dem Ende des 1. Weltkrieges zu erklären, als die Menschen den
Schrecken des Krieges mit überschwenglichem Feier-Eifer ablegen wollten.


Obwohl in den Zeiten der beiden Weltkriege öffentliches Feiern verboten,
ja zum Teil gar nicht möglich war, verstanden es die Mühlhauser, auch in
schweren und ärmlichen Zeiten, ihr Heimatfest zu feiern.

Einfache Tische und Stühle wurden auf die Straße gestellt. Jeder brachte mit,
was er zu Hause entbehren konnte und los ging die Feier.

Selbst der Nationalsozialismus 1933 bis 1945 konnte der Kirmes nichts anhaben.
Lediglich der 1939 begonnene Krieg konnte die Kirmesfeiern unterbrechen.

Das Foto zeigt die Kirmesgemeinde “Obermarkt” (Postplatz) zum 50-jährigen
Fahnenjubiläum im Jahr 1935


Die Mühlhäuser Stadtkirmes überlebte die Schreckenszeit des NS-Regimes sowie das Regime
der Deutschen Demokratischen Republik.
Zur Zeit der DDR wurden die Kirmesgemeinden der Nationalen Front unterstellt.
Es existierte sogar ein Festkomitee “Heimatfeste”. Das DDR-Regime ging sogar soweit,
dass man in den 1970er Jahren die “Mühlhäuser Stadtkirmes” in die politische Bezeichnung
“Fest der Lebensfreude” umbenennen wollte. Dieser Versuch scheiterte.

Nach der Wende 1989 wandelte sich vieles in Mühlhausen, aber die Kirmes blieb (fast) unberührt.
Einige Kirmesgemeinden fielen der neuen Marktwirtschaft und dem Konsumverhalten der Gäste
zum Opfer. Und schliesslich hat der Festumzug einen mitunter sehr gesellschaftskritischen Charakter.
Aber ansonsten leben die uralten Traditionen rund ums Mühlhauser Heimatfest
in den Mühlhäusern weiter.


Die Kirmesgemeinde Rimbach e.V. geht, wie bereits oben erwähnt, aus der Kirchengemeinde Petri hervor.
Diese Gemeinde hatte ihren Sitz bei der Petrikirche am Petristeinweg.
Auf diese Gemeinde ist auch der ursprüngliche, einheitliche Termin der Mühlhäuser Kirmes zurückzuführen :
der zweite Sonntag im September.

Heute ist dieser Termin aufgrund der Dauer der Festwoche auf die letzte Augustwoche vorverlegt.

Diese Kirchengemeinde Petri war im Jahre 1877 ein Gründungsmitglied der Mühlhäuser Kirmes.
Darauf sind wir sehr stolz. So wurde also im Jahre 1877 die Kirmesgemeinde “Unterer Petristeinweg” gegründet.

Zunächst feierte unsere Kirmesgemeinde auf einem kleinen Hinterhof der Firma Ackermann am Petristeinweg. (Fotos...)
Da zu dieser Zeit dort noch das Bächlein “Rimbach” seinen Lauf nahm, änderte man den Namen
unserer Gemeinde in eben diesen “Rimbach”.
Heute gibt es diesen Bach nicht mehr, er existiert nur noch im Namen unserer Kirmesgemeinde.

Später feierte man zusammen mit der Kirmesgemeinde “Schaffentorstraße” und dann zwischendurch
in der Aula der nahegelegenen Petrischule.

Heute schlagen wir zur Kirmes unser Festzelt auf dem Gelände des Möbelhändlers “Möbelpiraten”
(vorher HOCO) am Petristeinweg / Ecke Pfortenteich auf.
Sollten Sie fremd in Mühlhausen sein und nicht gleich den Weg zu uns finden, dann fragen Sie
einen Mühlhäuser. Der weiß dann ganz bestimmt, wo wir zu finden sind.

(siehe auch Anfahrt)

Im Jahre 1891 erhielt unsere Gemeinde eine eigene Fahne.
Die Originalfahne (Foto) existiert heute noch und kann dem interessierten
Besucher gern gezeigt werden (bitte Termin vereinbaren).
 
Zu Präsentationszwecken und während des Festumzuges verwenden wir eine originalgetreue Kopie der Fahne aus dem Jahre 1956.

weitere historische Fotos finden Sie hier...

Fahne
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